31. August 2026
Rückblick: NEZH-Forum 2026 «Blackout! Stromversorgung im Kanton Zürich»
Am 24. August 2026 begrüsste die Neue Energie Zürich/ aeezürich rund 90 Gäste an der PH Zürich am diesjährigen NEZH-Forum. Unter dem Titel «Blackout! Stromversorgung im Kanton Zürich» diskutierten die Referentin und die Referenten aus Politik, Wissenschaft und Energiewirtschaft, wie sicher die Stromversorgung im Kanton heute ist – und was es braucht, damit sie es auch in Zukunft bleibt.
Nach der Begrüssung durch Gastgeber Marc Bätschmann (Präsident NEZH/aeezürich) eröffneten Nationalrätin Priska Wismer-Felder und Dr. Eduard Kiener, ehemaliger Direktor des Bundesamts für Energie, den Abend mit zwei bewusst gegensätzlichen Thesen: Während Wismer-Felder aufzeigte, dass der eingeschlagene Kurs mit Energieeffizienz, dem Ausbau erneuerbarer Energien, Speichertechnologien und einem Stromabkommen mit derEU zum Ziel führt, plädierte Kiener dafür, dass ein Risiko Blackout real sei und der Zubau neuer Kernkraftwerke nötig bleibe.
Regierungsrat Dr. Martin Neukom ordnete die Versorgungssicherheit anschliessend aus kantonaler Sicht ein und zeigte, wie stark die Entwicklung der erneuerbaren Energien in den letzten Jahren unterschätzt wurde. Dr. Jonas Savelsberg (ETH Energy Science Center) untermauerte dies aus wissenschaftlicher Perspektive: Die Schweiz sei dank Wasserkraft und Stromhandel in einer komfortablen Lage, die Rolle neuer Kernkraft bleibe begrenzt. Philippe Heinzer (Leiter Energie, EWZ) beleuchtete die netzseitigen Herausforderungen durch Elektromobilität und Photovoltaik-Lastspitzen, Michael Seeholzer (Virtual Global Trading AG) stellte Batteriespeicher als schnellen, dezentralen «Game Changer» vor, und Yves Schönenberger (Axpo) machte deutlich, dass die Winterstromversorgung nur mit einer Kombination verschiedener Technologien gelingt.
In der von Judit Solt moderierten Podiumsdiskussion wurde engagiert über den richtigen Weg kontrovers diskutiert. Einig war man sich vor allem darin, dass es keine einzelne Lösung gibt, sondern ein Zusammenspiel aus Produktion, Effizienz, Speicherung, Netzausbau und internationalem Austausch braucht – und dass die politische Machbarkeit die grössere Hürde ist als die technische. Auch das Publikum brachte sich mit Fragen aktiv ein. Festgestellt wurde, dass ein Blackout nicht dasselbe ist wie eine Strommangellage. Ein kurzfristiger Blackout von sehr kurzer Dauer im Kanton Zürich kann real sein, ist schwierig aber tragbar. Hingegen eine Strommangellage kann zum kompletten Zusammenbruch des Alltags führen. Eine Strommangellage kann mit ausschliesslich erneuerbaren Energien und hoch technologisierten Speichersystemen vermieden werden, wenn die Politik nun wirklich und sehr rasch entsprechende Gesetze und Erlasse forciert.
Bei Apéro und Netzwerkaustausch im Anschluss klang ein Abend aus, der gezeigt hat: Die Debatte um die Zukunft der Stromversorgung ist so aktuell wie kontrovers. Genau deshalb lohnt sich der offene Dialog.
Wir danken allen Referierenden, Gästen sowie unseren Partnern Baudirektion Kanton Zürich und der Axpo für den gelungenen Anlass.